Konfirmation – was ist das und wofür ist das gut?

Gute Fragen, denn in der Bibel taucht „Konfirmation“ nicht auf. Trotzdem werden rund 166.000 Jugendliche pro Jahr in Deutschland konfirmiert – bei uns im Kirchenbezirk Schorndorf knapp 400 (2019).
Was hat es mit der Konfirmation also auf sich? Mit der Konfirmation entscheiden die Jugendlichen selbst, wie sie zu Gott und der Kirche stehen wollen. Sie wurden meist als Babys getauft, ohne gefragt zu werden, das übernahmen Eltern und Paten – und Gott sagte in der Taufe „Ja“ zu dem Kind. Als Jugendliche können sie nun auf dieses „Ja“ mit ihrem eigenen „Ja“ antworten:


„Ja, ich möchte auf Gott vertrauen, auch wenn zu meinem Leben Zweifel und Fragen immer dazugehören werden.“
„Ja, ich möchte, dass Gott mich begleitet und mir Orientierung gibt, wenn alle mir erklären wollen, wo es eigentlich lang geht.“
„Ja, ich finde es schön, dass ich ein »Ebenbild Gottes« bin – egal wie klug und sportlich ich bin und egal, welchen BMI ich habe. Als Gott mich erschaffen hat, hat er gesagt: »es war sehr gut« – damit meint er auch mich.“

Um sich selbst darüber klar zu werden, ob man dieses „Ja“ wirklich sagen möchte, gibt es die Konfi-Zeit. Das ist die ganz besondere Zeit für alle Jugendlichen – eine Zeit, die der Konfirmation vorangeht und auf sie vorbereitet. Früher hat man „Konfirmandenunterricht“ dazu gesagt… – „Konfi-Zeit“ umfasst aber ganz anderes und viel mehr. Es geht darum, sich selbst zu erleben, Gemeinschaft mit Gleichaltrigen zu erfahren, Gemeindeleben kennenzulernen und Gott im eigenen Leben zu begegnen. Und das alles darf auch richtig Spaß machen!


Die Konfirmation findet i. d. Regel in der 8. Klasse statt und ein Jahr zuvor beginnt die Konfi-Zeit. Die Eltern aller getauften Kinder werden rechtzeitig informiert, wenn ihr Kind an der Reihe ist. Man kann aber auch an der Konfi-Zeit teilnehmen, wenn man noch nicht getauft ist. Das Konfi-Jahr ist eine ideale Gelegenheit, die Taufe zu feiern oder mit der Konfirmation zu verbinden. Und wenn sich Jugendliche noch nicht ganz sicher sind, ob die Konfirmation überhaupt etwas für sie ist, können sie in den meisten Kirchengemeinden auch ganz unverbindlich in die Konfi-Zeit hineinschnuppern – mit offenem Ausgang sozusagen.



Mit der Konfirmation bekommen die Jugendlichen wichtige Rechte. Sie können nun Taufpaten werden und mit 16 Jahren an den Wahlen teilnehmen (Kirchengemeinderat und Landessynode). Auch daran merkt man, dass die Konfirmand*innen keine Kinder mehr sind. Die Konfirmation markiert einen Abschied von der Kindheit. Das öffentlich zu begehen und zu feiern ist gut: Alle, auch die Eltern und Großeltern sollen sehen, dass ihr Kind erwachsen wird.