Das Kirchenjahr und seine Farben - z.B. für die Tücher an Kanzel und Altar.

Das Kirchenjahr

Unser Leben gewinnt Sicherheit und Harmonie, wenn es Struktur und Rhythmus kennt. Die Jahreszeiten, der Tages- und Wochenablauf geben unserem täglichen Leben eine verlässliche Struktur vor.


Auch das Kirchenjahr mit seiner jährlich wiederkehrenden festgelegten Abfolge von christlichen Festen und Festzeiten spiegelt diese Verlässlichkeit wider.
Zugleich entfaltet es das Christuszeugnis im Rhythmus der Zeit. Es beginnt mit dem Advent und endet mit dem Ewigkeitssonntag. Durch die Verheißungen, die Gott seinem Volk Israel gab, hat alle Zeit ihr Ziel bekommen. Mit Christus ist die Zeit des Heils angebrochen, mit seiner Wiederkunft wird sie sich vollenden.

Das Kirchenjahr hat sich in einem langen Entwicklungsprozeß herausgebildet. Zuerst wurde das Gedächtnis der Auferstehung Jesu Christi von den Toten an jedem ersten Tag der Woche gefeiert. Es entwickelte sich ein jährliches Osterfest in der Feier der Osternacht als dem Übergang vom Tod zum Leben; sie war in altkirchlicher Zeit auch der bevorzugte Tauftermin. Ostern fällt auf den Sonntag nach dem ersten Vollmond am oder nach dem Frühlingsanfang (21. März ).

 

Dem Osterfest geht die Karwoche voraus; sie reicht vom Palmsonntag als Erinnerung an den Einzug Jesu in Jerusalem bis zu Gründonnerstag als Feier der Einsetzung des Abendmahls, Karfreitag als Gedächtnis der Kreuzigung und Karsamstag als Tag der Grabesruhe. Des weiteren ist eine vierzigtägige Fasten- oder Passionszeit vorangestellt, beginnend mit dem Aschermittwoch.

Dem Osterfest folgt eine fünfzigtägige österliche Freudenzeit (Pentekoste); sie schließt am 40. Tag, einem Donnerstag, das Fest der Himmelfahrt Christi mit ein und endet am 50. Tag mit dem Pfingstfest als Gedenktag der Ausgießung des Heiligen Geistes.

 

Seit dem 4. Jahrhundert bildete sich der Weihnachtsfestkreis heraus, der vom Sonnenjahr mit festem Datum bestimmt ist: am 25. Dezember die Feier der Geburt Christi, die mit der Heiligen Nacht am 24. Dezember einsetzt. Vorgeschaltet ist die vorbereitende Fasten- oder Adventszeit mit 4 inhaltlich profilierten Sonntagen.

Nach den Gottesdiensten zur Jahreswende hat der Weihnachtsfestkreis seinen zweiten Höhepunkt am 6. Januar mit Epiphanias (Erscheinungsfest), dem die Sonntage nach Epiphanias folgen.

 

Liegt der Ostertermin eines Jahres früh, entfallen Sonntage nach Epiphanias, nicht jedoch der letzte. Liegt der Ostertermin spät, entfallen Sonntage, die dem drittletzten Sonntag nach Trinitatis vorausgehen; für die letzten Sonntage im Kirchenjahr bleibt die endzeitliche Ausrichtung unter Einschluss des Buß- und Bettage.

 

Die Sonntage der festlosen Jahreshälfte werden nach Trinitatis (Dreieinigkeitsfest), dem Sonntag nach Pfingsten, gezählt.

 

Die Liturgischen Farben der Paramente oder Gewänder machen den jeweiligen Charakter der Kirchenjahreszeit auch dem Auge sichtbar:


Weiß als Symbol des Lichtes (Weihnachtszeit, Osterzeit, Trinitatis, weitere Christusfeste)

 

Violett als Farbe der Buße und der inneren Vorbereitung auf die hohen Feiertage (Adventszeit, Passionszeit, Buß- und Bettag)

 

Rot als Farbe des Feuers und des Heiligen Geistes (Pfingsten, Reformationstag, Konfirmation)

 

Grün als Farbe der Schöpfung und der Hoffnung (Sonntage nach Epiphanias, vor der Passionszeit und nach Trinitatis)

 

Schwarz als Zeichen der Trauer (Karfreitag; Totensonntag)