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Sonntagsgedanken zum 21. Mai 2016



Trinitatis – Drei und doch eins
 
Trinitatis heißt der kommende Sonntag. Das bedeutet auf griechisch „Dreieinigkeit“. Als Christen glauben wir an den dreieinigen Gott, Vater, Sohn und Heiliger Geist. Er ist drei und doch eins.

Die Lehre von der Dreieinigkeit  – viele Menschen tun sich damit schwer.
Dabei geht es gar nicht um ein willkürliches Gedankenkonstrukt, sondern die Aussage, dass Gott Vater, Sohn und Heiliger Geist ist, zeichnet die (Heils-)Geschichte Gottes mit den Menschen nach: Als Vater hat er die Welt erschaffen, in seinem Sohn für uns die Erlösung gebracht und durch den Heiligen Geist bewirkt er in uns Glauben und Liebe.

Wir haben einen Gott, der nicht ohne Gemeinschaft sein will. Unser Gott ist keiner, der ungerührt auf seinem Himmelsthron sitzt.

Vielmehr glauben wir an einen Gott, der um uns wirbt. Einen Gott, der selbst Mensch geworden ist und uns entgegen gekommen ist in Jesus Christus. Wir glauben an einen Gott, der mit seinem Geist auf unseren Lebensweg mitgeht – an jedem neuen Tag

Sie finden die Sache mit der Trinität immer noch etwas verwirrend? Macht nichts. Schon Philipp Melanchthon hat gesagt: „Die Geheimnisse der Gottheit sollen wir richtiger angebetet als erforscht haben.“ Recht hat er. Zumindest dafür ist der morgige Sonntag [21.05.] gut, dass wir darüber staunen, dass wir solch einen zugewandten und menschenfreundlichen Gott haben.





Sonntagsgedanken zum 10. April 2016



Freuet euch der schönen Erde

"Freuet euch der schönen Erde,
denn sie ist wohl Wert der Freud.
O was hat für Herrlichkeiten
unser Gott das ausgestreut",
so singen wir in diesen Frühlingstagen immer wieder in unseren Gottesdiensten - und vielleicht gefällt dieses Lied ja auch deshalb vielen so gut, weil es so ansteckend fröhlich ist.

Denn trotz aller Not und allem Leid, das auch vor fast 200 Jahren als Philipp Spitta dieses Lied dichtete, herrschte, überwiegt doch ein positiver Grundton - und wohl dem, der neben und hinter allem Leid eben auch das Positive und Schöne in dieser Welt und in seinem Leben sehen kann. Wohl dem, der von allem Grauen und Dunklen nicht so eingenebelt ist, dass er das Helle, Bunte und Schöne seines Lebens nicht mehr sehen kann.

Die Herrlichkeit von Gottes Schöpfung als Hinweis auf Gottes Größe und Schönheit und Herrlichkeit - vielleicht können wir da manchmal nicht mit, aber umso schöner  und wohltuender, wenn wir es trotzdem können. Und noch besser für uns und unserer Umwelt, wenn aus dem Wahrnehmen der Schönheit dieser Welt der Dank entsteht: der Dank an Gott, der Dank an Menschen.

Und noch eines: Entspringt dieser Freude, diesem Lob der Schöpfung nicht auch ein verantwortungsvoller, liebender Umgang mit unserer Welt? Hat nicht der Wunsch, Gottes gute Schöpfung zu bebauen und zu bewahren, hier seinen Ursprung? Wer begeistert ist von Gottes wunderbarer Welt, der wird sich doch ganz automatisch auch dafür einsetzen - für seine Mitmenschen, für diese Welt, für Gott selbst.

In diesem Sinne wünsche ich uns allen eine ansteckende, wohltuende Frühlingzeit.

Pfarrer Dr. Martin Stober, Rudersberg-Schlechtbach



Gedanken zum Osterfest am 27. März 2016


Ostern: Nicht der Terror, das Leben siegt!


Im Evangelischen Gesangbuch steht ein Satz von Karl Barth, einem großen Theologen des letzten Jahrhunderts: „Wer die Osterbotschaft gehört hat, der kann nicht mehr mit tragischem Gesicht herumlaufen und die humorlose Existenz eines Menschen führen, der keine Hoffnung hat.“ Nein, Ostern lädt ein zum Jubeln, zum Lachen und sich freuen, denn Gott hat den Tod besiegt.

So berichtet uns die Bibel das Wunder von Ostern. Der gekreuzigte, hingerichtete Jesus lebt. Gott selbst hat ihn auferweckt, ihm neues, ewiges Leben gegeben. Wer die Evangelien liest, spürt die Erschütterung der Jüngerinnen und Jünger. Einer, den die römischen Soldaten hingerichtet haben, ist tot. Da gibt es nichts mehr zu ändern, so dachten sie. Doch dann erlebten sie es, sie begegneten dem auferstandenen Jesus. Sie berührten die Wundmale in seinen Händen und aßen mit ihm. Sie entdeckten die Macht Gottes, der selbst den Tod besiegt. Seit dem ersten Osterfest klingt ein Jubel, durch diese Welt: Christus ist auferstanden!

In einem neueren Lied heißt es: „Das Leben beginnt: Christ ist erstanden! Der Tod ist besiegt: Christ ist erstanden!“ Ostern ist der Sieg des Lebens über den Tod.
In der orthodoxen Kirche ist dieser Jubel aufgenommen. Der Ostergottesdienst beginnt mit dem Osterlachen. Die Gemeinde wird begrüßt mit den Worten: „Der Herr ist auferstanden!“ Die Gemeinde antwortet darauf: „Er ist wahrhaftig auferstanden!“ Und dann lachen alle. Es ist ein befreites Lachen. Ein Lachen trotz allen Widrigkeiten des Lebens. Auch wenn Nachrichten von Krieg und Terror uns den Mund stumm machen möchten, Ostern ist der Protest gegen den Tod und ist das Fest der großen Hoffnung, dass das Leben, dass Gott selbst siegt.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen ein gesegnetes Osterfest
Ihr

Dekan Volker Teich