Sonntagsgedanken zum 30. September 2016

 

Denk mal – dank mal!

Danken ist nichts für Gedankenlose! Danken hängt mit denken zusammen. Dankbarkeit ist eine Folge des Denkens. So ist auch Psalm 9 zu verstehen: „Ich danke dem Herrn  von ganzem Herzen und erzähle alle seine Wunder“. Wer dankt, vergisst nicht. Wir besitzen nur das wirklich, wofür wir dankbar sind. Alles andere gerät in Vergessenheit. Im Hebräischen hat das Wort vergessen die Beutung von "etwas aus seinem Besitz verlieren, als hätte man es nie besessen". Mein Herz bleibt leer - obwohl ich beschenkt worden bin. Ohne Dankbarkeit wird mir alles selbstverständlich und alltäglich, ich kann nicht mehr staunen.  

Mit Dankbarkeit lebt es sich leichter. Man kann feststellen: Menschen, die dankbar sein können, fühlen sich besonders wohl. Und noch etwas: Menschen, die danken können, entwickeln die Fähigkeit, trotz schwerer Belastungen immer wieder Kräfte mobilisieren zu können, die ihnen helfen, sich nicht auf Dauer von dem Schweren dominieren zu lassen.

Danken macht das Leben beziehungsvoller. Wer fähig ist zu danken, der weiß, dass er selber nicht der Herr des Lebens ist. Ich verdanke mich. Mit echter Dankbarkeit bekomme ich eine tiefe Beziehung zu den Menschen um mich herum und auch eine Beziehung zu Gott, dem ich mich verdanke!

Dankbarkeit fällt nicht vom Himmel. Sie ist weniger ein Gefühl als vielmehr eine Haltung und sie muss eingeübt werden. Dazu gibt es eine Übung aus dem Klosterleben. Jeden Abend soll man Bilanz ziehen: welche drei Dinge waren heute besonders schön und gelungen? Wem verdanke ich diese Erfahrung? Und dann schreibt man in Gedanken einen Dankbrief.

Das anstehende Erntedankfest ist eine gute Gelegenheit, sich so im Denken und Danken einzuüben.

Klaus Dieterle, Pfarrer Evang. Kirchengemeinde Urbach-Nord

 

 

 

Sonntagsgedanken zum 17. Juli 2016

 

Ruhe nach Hektik, Kühlung nach Hitze

Was war das für ein herrlicher Sonntagmorgen! In der Frühe waren neben der Stille nur noch die sanften Klänge der Natur wahrzunehmen.

Da geht uns das Herz auf, wenn der Bagger nicht brummt, der Mäher nicht rattert und die Autoreifen nicht quietschen, sondern alles in sonntäglicher Ruhe Stille schweigt.

Nun kommt an diesem Tag ja auch der Gedanke in uns hoch: Was machen wir heute? Wie „nutzen“ wir den Sonntag? Dabei denke ich wieder zurück an diesen zauberhaften Moment am Morgen. Wie wäre es, an diesem Mittag neben dem Besuch des geräuscherfüllten Freibades, dem schnellen Ritt auf den vier Rädern, den vielen wortreichen Begegnungen auch mal einen Besuch in einer stillen und kühlen Kirche einzuplanen?

Dazu lädt zum Beispiel unsere Hebsacker Kreuzkirche am Sonntag von 11:30 bis 17 Uhr ein. In der Schorndorfer Stadtkirche gibt es sogar die ganze Woche über die Möglichkeit, inne zu halten und an Gott und die Welt zu denken.

Suchen wir nach Momenten und Orten, an denen wir zur Ruhe kommen. Es lohnt sich. Treten Sie ein! Die Kirche ist offen! „Durch Stillesein und Hoffen würdet ihr stark sein.“ Jesaja 30,15. Diese Stärke aus der Stille wünscht Ihnen

Pfarrer Andreas Heid aus Hebsack-Rohrbronn

 

 

 

Sonntagsgedanken zum 21. Mai 2016

 

 

Trinitatis – Drei und doch eins
 
Trinitatis heißt der kommende Sonntag. Das bedeutet auf griechisch „Dreieinigkeit“. Als Christen glauben wir an den dreieinigen Gott, Vater, Sohn und Heiliger Geist. Er ist drei und doch eins.

Die Lehre von der Dreieinigkeit  – viele Menschen tun sich damit schwer.
Dabei geht es gar nicht um ein willkürliches Gedankenkonstrukt, sondern die Aussage, dass Gott Vater, Sohn und Heiliger Geist ist, zeichnet die (Heils-)Geschichte Gottes mit den Menschen nach: Als Vater hat er die Welt erschaffen, in seinem Sohn für uns die Erlösung gebracht und durch den Heiligen Geist bewirkt er in uns Glauben und Liebe.

Wir haben einen Gott, der nicht ohne Gemeinschaft sein will. Unser Gott ist keiner, der ungerührt auf seinem Himmelsthron sitzt.

Vielmehr glauben wir an einen Gott, der um uns wirbt. Einen Gott, der selbst Mensch geworden ist und uns entgegen gekommen ist in Jesus Christus. Wir glauben an einen Gott, der mit seinem Geist auf unseren Lebensweg mitgeht – an jedem neuen Tag

Sie finden die Sache mit der Trinität immer noch etwas verwirrend? Macht nichts. Schon Philipp Melanchthon hat gesagt: „Die Geheimnisse der Gottheit sollen wir richtiger angebetet als erforscht haben.“ Recht hat er. Zumindest dafür ist der morgige Sonntag [21.05.] gut, dass wir darüber staunen, dass wir solch einen zugewandten und menschenfreundlichen Gott haben.

Thomas Scheiner, Pfarrer in Plüderhausen und Walkersbach

 

 

Sonntagsgedanken zum 10. April 2016

 

Freuet euch der schönen Erde

"Freuet euch der schönen Erde,
denn sie ist wohl Wert der Freud.
O was hat für Herrlichkeiten
unser Gott das ausgestreut."

So singen wir in diesen Frühlingstagen immer wieder in unseren Gottesdiensten - und vielleicht gefällt dieses Lied ja auch deshalb vielen so gut, weil es so ansteckend fröhlich ist.

Denn trotz aller Not und allem Leid, das auch vor fast 200 Jahren als Philipp Spitta dieses Lied dichtete, herrschte, überwiegt doch ein positiver Grundton - und wohl dem, der neben und hinter allem Leid eben auch das Positive und Schöne in dieser Welt und in seinem Leben sehen kann. Wohl dem, der von allem Grauen und Dunklen nicht so eingenebelt ist, dass er das Helle, Bunte und Schöne seines Lebens nicht mehr sehen kann.

Die Herrlichkeit von Gottes Schöpfung als Hinweis auf Gottes Größe und Schönheit und Herrlichkeit - vielleicht können wir da manchmal nicht mit, aber umso schöner  und wohltuender, wenn wir es trotzdem können. Und noch besser für uns und unsere Umwelt, wenn aus dem Wahrnehmen der Schönheit dieser Welt der Dank entsteht: der Dank an Gott, der Dank an Menschen.

Und noch eines: Entspringt dieser Freude, diesem Lob der Schöpfung nicht auch ein verantwortungsvoller, liebender Umgang mit unserer Welt? Hat nicht der Wunsch, Gottes gute Schöpfung zu bebauen und zu bewahren, hier seinen Ursprung? Wer begeistert ist von Gottes wunderbarer Welt, der wird sich doch ganz automatisch auch dafür einsetzen - für seine Mitmenschen, für diese Welt, für Gott selbst.

In diesem Sinne wünsche ich uns allen eine ansteckende, wohltuende Frühlingzeit.

Pfarrer Dr. Martin Stober, Rudersberg-Schlechtbach