Sonntagsgedanken zum 4. Februar 2018

 

„Klavierspielen“ können, wäre schön

 

Als ich ihn besuchte, war er jenseits der 80. Sein Sehvermögen war eingeschränkt. Aber Hören konnte er noch gut. Die Hände waren gezeichnet von schwerer Arbeit. Beim Kaffeetrinken erzählte er mir, dass er sich mit 80 Jahren ein Klavier gekauft habe. Gegen die Widerstände Anderer:  – In deinem Alter? Das lohnt nicht mehr! Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr... Alles richtig und nachvollziehbar. „Und jetzt“, erzählte er mir verschmitzt „spiele er jeden Tag, mit einem Finger, einen Choral“. Und dann spielte er mit Begeisterung und mit leuchtenden Augen, was er konnte. – Er starb mit 100 Jahren. Hat also noch 20 Jahre Klavier gespielt. Mich hat das beeindruckt. Diese Lust am Leben, diese Lust Neues im Leben zu entdecken, dieses sich nicht einschüchtern lassen von dem, was man angeblich tut oder von körperlichen Einschränkungen.

Und er fühlte sich beschenkt und gehalten von seinem Gott. Ganz selbstverständlich gehörte sein Glaube ins Leben, war Teil seines Lebens. Er konnte die Choräle, die Kirchenlieder in – und auswendig, die er spielte. „Befiehl Du deine Wege und was dein Herze kränkt der allertreusten Pflege, des der den Himmel lenkt (EG 361) oder Jesu geh voran, auf der Lebensbahn (EG 391).“ Diese Lieder, sein Glaube, sein Gottvertrauen, waren die Quellen seiner Kraft und seines Lebensmutes. Er wusste: Ich bin von Gott getragen und gehalten. Komme was mag. Das hat ihn gelassen gemacht. Man kann darüber lächeln, über diese vermeintliche „Naivität“. Ich habe darüber gestaunt. Er ist mir zum Beispiel geworden für einen Menschen, der mit Gottes Gegenwart in seinem Leben rechnet. Wenn ich heute wieder mal höre: Das wird schwierig, das geht so nicht.... sehe ich ihn „Klavierspielen“.

Pfr. Stefan Nemesch, Steinenberg

Sonntagsgedanken zum Erscheinungsfest am 6. Januar 2018

 

 

Geleitet

 

Wir feiern heute das Erscheinungsfest, das Fest der Heiligen drei Könige. Der strahlende Stern führte die drei Weisen auf ihrem langen Weg aus dem Osten direkt zur Krippe, zum Kind in den Stall von Bethlehem. In Matthäus 2,2 heißt es „Wir haben seinen Stern gesehen im Morgenland und sind gekommen, ihn anzubeten“.

 

Es war ihr Leitstern, der sie durch das Ungewisse zur Gewissheit des Kindes und Königs führte, den sie suchten. So führte sie der Stern an ihr Ziel.

Wir stehen noch am Anfang des neuen Jahres und gehen mit unsicheren Schritten ins Ungewisse hinein. Ich möchte uns drei Leitsterne mit ins neue Jahr geben, damit  auch Sie Ihre Ziele, die Sie sich vorgenommen haben, besser erreichen können.

 

Der erste Stern ist der Stern des Glaubens. Der Glaube an Gottes Gegenwart in allen Situationen des Lebens soll Sie stärken und immer wieder neu aufbauen. In allen Höhen oder Tiefen des Lebens ist der Glaube das feste Fundament. Gott ist treu, das erfährt der Glaube gegen alle Widerstände des Lebens.

 

Der zweite Stern ist der Stern der Hoffnung. Die Hoffnung muss bleiben. Ohne Hoffnung können wir nicht leben. Hoffnung muss begründete Hoffnung sein. Unsere Hoffnung ist gegründet in dem Kind in der Krippe, dem Sohn Gottes. Er ist der Retter der Welt, so wie wir es in den Weihnachtstagen gesungen haben. Er schenke Ihnen immer wieder neue, lebendige Hoffnung, vorwärts zu gehen.

 

Der dritte Stern ist die Liebe. Die Liebe soll uns leiten. Die Liebe muss uns stark machen gegen alle Widerstände und Widrigkeiten  des Lebens. Ohne die Liebe finden wir nicht zu uns und nicht zum Anderen. Ohne die Liebe ist und bleibt alles tot.

 

Der Glaube, die Hoffnung und die  Liebe, diese drei ganz besonderen Sterne, wünsche ich Ihnen und mir an jedem Tag. Dass die Sterne nicht nur über uns leuchten, sondern auch in uns strahlen, damit wir getrost die noch unbekannten und offenen Wege  unseres Lebens gehen können.

 

Diakon Walter Krohmer, Evangelische Stadtkirchengemeinde

 

 

 

Sonntagsgedanken zum Sonntag, 01. Oktober 2017

Freude und Mahnung zugleich

 

3. Oktober, Tag der deutschen Einheit. Dieser Tag ist in unseren Kalendern fest verankert. Das Besondere an unserem Nationaltag ist, dass wir keine Helden feiern, sondern die Überwindung der Teilung Deutschlands. In den Jahrzehnten der Teilung konnte sich der Westen zu einer führenden Wirtschaftsmacht entwickeln, während der Osten ausgeblutet wurde. Seit der Wende 1989 „wächst nun wieder zusammen, was zusammen gehört.“ Wenn auch noch längst nicht alles ist, wie es sein sollte, ist die Einheit  Deutschlands wunderbar und guter Grund für einen Tag der Freude.

 

Gleichzeitig ist dieser Tag auch wie ein Mahnmal. Erinnert er uns doch daran, wieviel Leid und Ungerechtigkeit ein Land ertragen muss, wenn – wie in Deutschland zur Zeit  der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft, Hass geschürt wird, wenn ein Volk die ausgegrenzt, die nicht der gewünschten Norm entsprechen und die Demokratie mit Füßen getreten wird. In diesen unheilvollen Jahren wurde die Stimme der bekennenden Christen  von vielen überhört. Damals wie heute lautet die Botschaft der Bibel an uns Menschen: Nehmt einander liebevoll an! Respektiert euch! Helft denen, die Hilfe brauchen! Richtet nicht über andere! Seid barmherzig! Diese Worte sind der Same dafür, dass in unserer Welt Friede und Gerechtigkeit gedeihen. Darum sollten wir nicht über christliche Werte streiten, sondern sie tun. Nicht zuletzt zum Wohl unseres Landes.

Pfarrerin Susanne Dworschak, Oberberken und Schlichten

 

 

Sonntagsgedanken zum Sonntag, 6. August 2017

Sonntags-ge-danken!?

 

Sonntags danken: Dazu wäre morgen die Gelegenheit. Es bleibt noch genug Zeit, dass Sie diesen (Sonntags-) Gedanken groß werden lassen. Als Konsequenz wäre dafür dann die eine oder andere Minute zu reservieren. Ein geeigneter Ort, an dem die hilfreiche Ruhe zur inneren Einkehr herrscht, der wird sich finden lassen.

Ein zuverlässiges Angebot bieten unsere Kirchen landauf und landab. Mit großer Regelmäßigkeit werden auch morgen Gottesdienste in großer Zahl und großer Vielfalt gefeiert – trotz der Ferien. So ist es wenigstens hier auf dieser Seite unschwer nachzulesen. Dort bietet sich Gelegenheit seinem Dank Ausdruck zu verleihen: In Liedern, in Gebeten, in der Freude und Fröhlichkeit, mit der Sie unterwegs sind.

Gott sei Dank hat aber gerade hier auch all das Andere und Schwere Platz und findet Gehör bei Gott. So hat er es uns wenigstens zugesagt. Gut, was er dann daraus macht, das streitet sich hier und da mit den eigenen Vorstellungen.

Jetzt sind wir schon mitten in den Sommerferien angekommen. Viele können ausspannen und Erholung suchen. Da könnte es ja sein, dass das Danken und die Gedanken über all dem, was uns geschenkt ist, nicht nur auf wenige Minuten begrenzt sein muss. Diese Ferien- und Urlaubszeit, in der einmal alles ein klein wenig langsamer geht, bietet sich an, im großen Bogen über unser Leben nachzudenken und Gott zu danken. Ein Vorschlag – neben hoffentlich wohltuenden und stärkenden Urlaubserlebnissen und -erfahrungen.

Pfr. Uwe Schaal, Ev. Kirchengemeinde Grunbach

 

 

Sonntagsgedanken zum 23. Juli 2017

F-E-R-I-E-N

Freude. Vielleicht ist Freiheit passender? Oder doch eher Frieden? Ich wünsche Ihnen alle drei Dinge: Dass Sie die Dinge tun können in den Ferien, im Urlaub, die Ihnen wirklich Freude geben und das Gefühl von Freiheit. Und dass Sie mit niemandem im Streit sind!

Erholung! Klar. Das auch. Und wie! Egal, ob Sie sich beim Nichtstun erholen oder dabei, wenn Sie mal was anderes machen als das, was der Alltagstrott so bietet.

Regenerierung. Rekreation.  Ohne Werbung machen zu wollen, aber ich habe einen Allrad-ATV der Marke „Bombardier Recreation Products“ . Geräte zum Erholen. Packen Sie Herausforderungen an! Es wird Ihnen einiges geben!

Intelligenz und Weisheit. Bitte nutzen Sie die Ruhe, um nachzudenken, Ihre Position zu klären und sich darüber klar zu werden, wo Sie hinwollen und wozu Gott Sie gemacht hat! Sie sollen kein Fisch auf der Pferderennbahn sein – und kein Pferd, das tauchen muss.

Ehm, ja,… und noch viel mehr Erholung!

Nächte voller Romantik! Wow!  Ja, nicht nur Albträume, sondern das Schönste am Leben. Das wünsch ich Ihnen auch, und zwar von Herzen!

Gott hat Sie dazu gemacht, damit Sie Sie sind. (Sie brauchen niemand anderes sein!) Und dass Sie leben! (Sie sollen nicht nur funktionieren!) Und dass Sie sich an SEINER Gegenwart freuen! Einfach so.

In diesem Sinne: GESEGNETE FERIEN!!

Christoph Immanuel Bruckmann ist Pfarrer an der Friedenskirche in Urbach.
Er will leidenschaftlich leben – mit Gott als Vater, Freund und Coach.