
Gott gibt keinen auf
Die Sonntage zwischen Ostern und Pfingsten sind Festsonntage, geprägt vom Osterjubel: ,,Der Herr ist auferstanden!"
Der kommende Sonntag erinnert an Jesus Christus, den guten Hirten. Provozierend erzählt Jesus selbst diese Geschichte: Ein Hirte kommt abends nach Hause, zählt seine Schafe: statt hundert nur neunundneunzig. Was tun? Er lässt die neunundneunzig in der Steppe zurück und sucht das eine verlorene Schaf, bis er es gefunden hat. Er nimmt es auf die Schulter und trägt es zurück und feiert ein Fest mit seinen Freunden. Ein verlorenes Schaf - wiedergefunden!
Diese Geschichte ist uns von klein auf bekannt. Doch sie ist provozierend. Geht das wirklich? Kann ich mich wirklich so um den einen kümmern und die große Masse zurücklassen? Sie sind doch die Mehrheit, um sie muss ich mich doch mühen. Provozierend war dies schon zur Zeit Jesu. Dies wurde ihm zum Vorwurf ge macht. Um wen kümmerst du dich, Jesus?
Doch genau das ist seine Antwort: Vor Gott zählt der Einzelne. Gott gibt keinen auf. Er geht dem Verirrten und Verlorenen nach. Und wenn der eine gefunden ist, feiert er ein großes Fest. Da freut sich der ganze Himmel. Geben wir nicht zu schnell auf! Gehen wir dem einen nach, der uns braucht! Kümmern wir uns doch um die, die schon vergessen sind. Wir erleben das Fest und den Jubel in den strahlenden Augen, weil einer spürt: Ich bin nicht vergessen, mich hat man nicht aufgegeben.
Volker Teich, Dekan des evangelischen Kirchenbezirks Schorndorf

Public viewing? Nicht an Ostern!
Wenn viele zusammenkommen und gemeinsam auf eine Großbildleinwand schauen, die junge Männer zeigt, die einem Ball hinterherlaufen, nennt man das bei uns „public viewing“. Bei der Fußball Europameisterschaft ist es wieder so weit.
Aber die ursprüngliche Bedeutung von „public viewing“ ist aber etwas unsportlicher: nämlich die öffentliche Zurschaustellung eines Leichnams, also eine Menschenmenge sieht einen Toten.
Am Karfreitag vor 2000 Jahren in Jerusalem gab es das: Jesus Christus wurde öffentlich ausgestellt, sein Körper am Kreuz aufgehängt und sein sterbender Leib war hoch aufgestellt zu sehen. Er wurde begraben und das Grab versiegelt und bewacht. Aber am dritten Tag geschah es: Jesus hatte den Tod überwunden, er bekam ein neues Leben mit einem neuen Körper. Christen können nun nicht zu einem Grabmal pilgern und einen einbalsamierten toten Jesus verehren. Er ist damals seinen Anhängern, Frauen und Männern, lebendig und leibhaftig begegnet, einmal sogar vor 500 Menschen.
Das war ein ganz anderes „public viewing“, denn der verwandelte und vom Tod auferstandende zeigte sich selbst. Er aß und redete mit mit seinen Freunden. Wirklich und echt war er bei ihnen, nicht via Satellit auf einer Leinwand. Wir können ihm heute auch begegnen. Solch eine Begegnung mit dem lebendigen Jesus wünsche ich Ihnen, dann ist Ostern.