"Ohne Überforderung Pfarrer sein"

Bezirkssynode im April: Der Kirchenbezirk macht sich auf den Weg, den Pfarrplan bis 2030 umzusetzen

„Der Weg wird nicht einfach sein, aber ich halte ihn für richtig“, sagt Dekanin Baur. Ein Weg auf dem Juliane Baur die Synodalen mitnehmen möchte, die Pfarrerinnen und Pfarrer, die Gemeindeglieder. Ein Weg, der bekannt ist unter den Stichworten Pfarrplan 2024 und 2030 und mit dem die meisten Gemeinden Kürzungen und Abschiede verbinden. Kein Wunder, denn es sollen Pfarrstellen reduziert werden – rund neun Stellen bis 2030, von den gegenwärtig 31,25 Stellen werden voraussichtlich 22,25 übrigbleiben. Das ist keine offizielle, aber eine realistische Zahl. Und eine Zahl, in der Baur nicht nur den Verlust sehen möchte, sondern die Chancen, die diese Veränderungen mit sich bringen. Etwa, weil sich Gemeinden auf ihre eigenen Stärken besinnen und der Blick zukünftig über den eigenen Kirchturm hinausgeht, weil sie sich mehr als Teil eines solidarischen Ganzen verstehen.

Angedacht ist die Zusammenfassung mehrerer Gemeinden zu einem Distrikt, dem wiederum ein Team von mindestens vier Pfarrerinnen und Pfarrern zugeordnet wird. Dabei kämen auf jeden Pfarrer rund 2000 Gemeindeglieder. „Größere Einheiten also, aber trotzdem so, dass es innerhalb dieser größeren Einheiten Einzelgemeinden oder Bereiche gibt, die überschaubar sind und bleiben“, sagt die Dekanin auf der Bezirkssynode. Damit dies nicht nur ein frommer Wunsch ist, existieren hierfür Eckpunkte: In jedem Ort gibt es ein Gebäude, das mit Kirche identifiziert werden kann – ebenso wie Menschen, die für die Kirche stehen. Das muss nicht die Pfarrerin sein, sondern könnte der Diakon, die Kirchenmusikerin o. a. sein. Aber ohne Einschnitte wird es nicht abgehen, auch die Zahl der Gottesdienste muss reduziert werden – jedoch so, dass für jeden weiterhin Gottesdienste in einer bunten Vielfalt erreichbar bleiben.

Nun rollt der Ball ins Feld der Kirchengemeinden. Denn die vorgeschlagenen Distrikte – etwas die Fusion von Grunbach, Geradstetten, Hebsack mit Hößlinswart und Steinach – sind eben nur Vorschläge. Jetzt müssen die Gemeinden bis Ende September prüfen, was sie von den Vorschlägen halten. Und auch, was innerhalb der größeren Einheit charakteristisch, das je Eigene der Gemeinde ist, und welche Formen der Zusammenarbeit sie favorisieren.

Insgesamt wurde der Zeitplan ein wenig gelockert. Für die endgültige Entscheidungsfindung hat der Strukturausschuss nun bis März 2018 Zeit. Das „Wie“ kann gestaltet werden, nicht jedoch das „Was“. Der demografische Wandel macht auch vor der Kirche nicht Halt: Hat der Kirchenbezirk jetzt noch 52.545 Gemeindeglieder, werden es 2030 voraussichtlich 43.624 sein. Darauf muss die Kirche reagieren und sie tut dies mit dem Pfarrplan und mit einem Ziel vor Augen: „Das Ziel, dass selbstbewusste Kirchengemeinden Kirche vor Ort leben und dass Pfarrerinnen und Pfarrer Dienstaufträge haben, die nicht überfordern und sie mit bleibender Freude ihren Dienst ausüben lassen“, so Dekanin Baur.

  • Meldungen aus der Landeskirche

  • Hochsaison für die Konfirmation

    An einigen Sonntagen vor, vor allem aber an mehreren Sonntagen nach Ostern ist in der Evangelischen Landeskirche in Württemberg Konfirmationszeit. Dabei lassen sich 2017 rund 20.000 Jugendliche konfirmieren. Zudem werden etwa 700 Jugendliche im Konfirmationsgottesdienst getauft.

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  • Pfingstliche Verhandlungen

    Mit dem PfarrPlan 2024 stellt die Evangelische Landeskirche in Württemberg die Weichen für die Zukunft. Dabei sollen u. a. neue Formen der Zusammenarbeit zwischen Gemeinden entstehen. Die Gemeinden Schlat und Manzen-Ursenwang im Kirchenbezirk Göppingen haben im Zuge des letzten Pfarrplans einen Weg gefunden, um stabile und zukunftsfähige Strukturen zu schaffen: Sie haben fusioniert.

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  • Rekordteilnahme beim Konfi-Cup

    Zum 14. Landesfinale des Fußball-Konfi-Cups am 22. April im Neckarpark Stuttgart haben sich in diesem Jahr 43 Mixed-Teams mit rund 600 Teilnehmern angemeldet – so viele Mannschaften wie noch nie. Die Bezirkssieger aus den Kirchenbezirken der Evangelischen Landeskirche in Württemberg spielen dann um den Fußballpokal der Konfirmanden.

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